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Warum essen Veganer keinen Käse?

Veganismus ist ein Ernährungs- und Lebensstil, der sich in Deutschland – und weltweit – wachsender Beliebtheit erfreut. Vor allem aus tierschutz- und umweltschutzrelevanten, aber auch aus gesundheitlichen Gründen haben Veganer alle(!) tierischen Nahrungsmittel, also neben Fleisch und Fisch auch Eier und Milchprodukte, Honig, Gelatine usw. von ihrer Speiseliste gestrichen. Doch nach wie vor gibt es viele Menschen, für die der Verzicht auf tierische Produkte wie Käse undenkbar wäre. “Ich könnte niemals ohne Milch/ Käse/ Joghurt leben!” dürfte ein Satz sein, den jeder Veganer schon mal von “der Gegenseite” gehört hat. Kein Wunder, denn Milchprodukte zählen zu den am häufigsten konsumierten Produkten in Deutschland. Warum in einer veganen Ernährung Käse verboten ist, und welche pflanzlichen Alternativen zum Käse es gibt, erklären wir in diesem Ratgeber.

Warum kein Käse? – Die Hauptgründe, warum Veganer auf Käse verzichten

Warum essen Veganer keinen Käse?Für Veganer ist Käse verboten, da es ein Lebensmittel tierischen Ursprungs ist. Doch was genau steckt dahinter? Die Kühe werden für ihre Milch nicht getötet, also ist es doch ethisch vertretbar, Käse zu essen, oder? Und gesund soll Kuhmilch doch auch sein, das haben wir schon als Kinder gelernt. Sollte man also nicht doch Käse essen? Im Folgenden wollen wir einmal die Hauptgründe beleuchten, warum Veganer auf Milchprodukte wie Käse verzichten, und weshalb eigentlich jeder seinen Käse-Konsum nochmal überdenken sollte.

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Veganer lehnen jegliche Form der Ausbeutung von Tieren ab

Veganer gehen einen Schritt weiter als Vegetarier. Sie sind nicht nur gegen Fleischkonsum, sondern generell gegen den Konsum jeglicher Produkte, die aus der Ausbeutung von Tieren resultieren. Zwar werden Milchkühe für ihre Milch nicht getötet, ein bemitleidenswertes Dasein fristen sie aber allemal.

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Wie alle Säugetiere geben auch Kühe nur dann Milch, wenn sie Nachwuchs haben. Sie müssen also zunächst künstlich geschwängert werden. Direkt nach der Geburt wird ihnen dann ihr frisch geborenes Kalb sofort weggenommen, worüber viele Mutterkühe lange Zeit trauern. Die weiblichen Kälbchen werden oft selbst zu Milchkühen und teilen somit das traurige Schicksal ihrer Mütter, während die männlichen Kälber entweder direkt getötet werden oder in die Fleischproduktion gehen. Oft müssen die Tiere dazu zunächst qualvolle Tiertransporte hinter sich bringen.

Milchkühe verbringen zudem oft ihr ganzes Leben angebunden oder eingepfercht an einer Stelle im Milchbetrieb, und haben ständige Schmerzen, da ihre Euter aufgrund von Überzüchtung heutzutage das zigfache an Milch tragen müssen, als was ein einzelnes Kalb benötigen würde. Da viele Milchkühe oft ununterbrochen an Melkmaschinen “angeschlossen” sind, sind auch schmerzhafte, eitrige Euterinfektionen keine Seltenheit. Wenn ihre Milchleistung nach einigen Jahren nachlässt, werden die Kühe schonungslos aussortiert und getötet.

Zwischen-Fazit: Alles in allem, mehr als genug gute Gründe für Tierfreunde, der Milchindustrie den Rücken zuzukehren und auf den Konsum von Käse und weiteren Milchprodukten zu verzichten.

Der Konsum von Milchprodukten wie Käse birgt viele gesundheitliche Risiken

Nicht nur des Tierschutzes wegen wenden sich mehr und mehr Menschen dem Veganismus zu. Auch aus gesundheitlicher Sicht macht es Sinn, auf Käse und Co. zu verzichten. Die meisten Veganer sind sich der gesundheitlichen Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung sehr wohl bewusst. Zwar sind wir (fast) alle mal aufgrund von Fehlinformationen in dem Glauben aufgewachsen, dass Milchprodukte gesund für uns sind, doch belegen immer mehr wissenschaftliche Studien, dass eigentlich das Gegenteil der Fall ist. In den Werbekampagnen der Milchindustrie wurde uns eingeredet, dass wir das Kalzium in der Milch für starke Knochen brauchen, obwohl der menschliche Kalziumbedarf sehr wohl mit einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung gedeckt werden kann.

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Ironischerweise belegen mittlerweile sogar verschiedene wissenschaftliche Studien (z.B. die bekannte China-Studie), dass Milchprodukte eigentlich knochenabbauende Prozesse wie Osteoporose und Knochenschwund im Körper fördern. Und das ist nicht alles! So steigern der hohe Fett- und Cholesteringehalt, gerade von hochkonzentrierten Milchprodukten wie in fettigem Käse, auch den Cholesterinspiegel im Blut erheblich, was mit erhöhtem Blutdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkten und weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Tipp: Pflanzliche Nahrungsmittel hingegen sind cholesterinfrei.

Eine Harvard-Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass Milch-Proteine eine vermehrte Produktion von Wachstumshormonen wie IGF-1 im Körper hervorrufen, was wiederum die Bildung von Krebszellen (insbesondere Prostata- und Gebärmutterkrebs) begünstigt. Kein Wunder, schließlich dient Kuhmilch eigentlich der Aufzucht von Kälbern, und ihre Zusammensetzung ist daher genauso wenig wie menschliche Muttermilch für den regelmäßigen Konsum geeignet. Die hohe Konzentration an wachstumsfördernden Hormonen, Milchzuckern und Fetten soll kleinen Kälbchen helfen, schnellstmöglich zu großen Kühen heranzuwachsen. Da überrascht es nicht, dass regelmäßiger Milchkonsum beim Menschen Übergewicht begünstigt.

Außerdem enthält Muttermilch suchterzeugende Casomorphine in hohen Konzentrationen, die nicht nur bei Kälbchen, sondern auch bei menschlichen Konsumenten eine Art Abhängigkeit erzeugen. Kein Wunder also, dass es für viele Käseesser so schwierig ist, ihren geliebten Käse aufzugeben! Diese “Sucht” mag den Umstieg auf eine vegane Ernährung anfangs erschweren, doch wird sich der Heißhunger nach wenigen Wochen des “Käse-Entzugs” legen.

Welche veganen Alternativen zum Käse gibt es?

Wer findet, dass genannte Gründe schlagkräftig genug sind, um auf eine vegane Ernährung umzusteigen, oder zumindest keine Milchprodukte mehr zu konsumieren, muss heutzutage auf nichts verzichten: aufgrund der gestiegenen Nachfrage sind vegane Käse-Alternativen und pflanzliche Brotaufstriche nicht mehr nur in speziellen Reformhäusern und Bioläden erhältlich, sondern auch im Supermarkt um die Ecke. Im Folgenden einige Ideen, was sich Veganer statt “echtem” Käse auf’s Brot legen oder schmieren können.

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Die Vielfalt veganer Käse-Ersatz-Produkte

Zur Freude vieler Veganer gibt es heutzutage eine beachtliche Auswahl an veganen Käse-Ersatzprodukten in den Kühlregalen: von veganem Mozzarella, Cheddar, Frischkäse über Pizzakäse bis hin zu Feta – es gibt etwas für jede Vorliebe! Geschmack und Konsistenz variieren allerdings von Sorte zu Sorte, und niemand sollte erwarten, dass veganer Käse genauso schmeckt wie “echter” Käse, aber nach ein bisschen Rumprobieren findet man schon seine Lieblingssorten.

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Vegan oder nicht, industriell verarbeitete Lebensmittel sind generell oft ungesund, weil sie u.U. Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, versteckten Zucker oder Fette, etc. enthalten. Der gesundheitsbewusste vegane Käseesser macht daher seinen eigenen Käse! Je nach gewünschter Konsistenz und Geschmack kann veganer Käse als Brotbelag oder -aufstrich aus den verschiedensten pflanzlichen Zutaten problemlos selbst zubereitet werden. Von Sojaprotein ueber

  • verfestigtes Pflanzenöl (wie Kokosöl),
  • Hefeflocken,
  • Agar Agar-Flocken bis hin zu
  • Nüssen (wie Cashews, Macadamias und Mandeln),
  • Tapiokamehl, oder gar
  • Erbsenprotein

die Liste möglicher Zutaten ist schier endlos.

So kann man beispielsweise vegane Käsesauce mit Hefeflocken zubereiten (mit Sojasahne für extra Cremigkeit!). Veganer Feta oder Mozzarella lassen sich wunderbar auf Tofu-Basis herstellen. Veganen Käsekuchen kann man auf Basis von Sojajoghurt/ -quark zubereiten, oder auch mit Cashewnüssen – wer hätte das gedacht? Oder wie wär’s mit einem veganen Gouda auf Basis von Reis und Carrageenan (einem pflanzlichen Geliermittel)? Unzählige erprobte Rezeptideen findet man kostenlos im Internet.

Und selbst für diejenigen, die sich nicht an den Geschmack von veganem Käse gewöhnen können oder wollen, gibt es zahlreiche Alternativen. Pflanzliche Brotaufstriche lassen sich auch ganz einfach selbst herstellen und sind extra gesund: Avocado, Tomate, Zucchini, Gurke, Paprika usw. mit Kräutern und Gewürzen mixen und pürieren, auf’s Brot schmieren, genießen!

Die Vor- und Nachteile von veganen Käse-Ersatz-Produkten

In der folgenden Tabelle sollen abschließend nochmal die wichtigsten Vorteile und Nachteile von veganen Käse-Ersatz-Produkten zusammengefasst werden.

Vorteile von veganem Käse Nachteile von veganem Käse
  • in vielerlei Hinsicht gesünder als Käse aus Tiermilch (da frei von Cholesterin, tierischen Fetten, Hormonen etc.)
  • passiver Protest gegen Massentierhaltung und Tierquälerei
  • heutzutage bereits große Auswahl an veganen Käsesorten im Supermarkt erhältlich
  • unzählige vegane (Kaese-)Rezeptideen kostenlos online verfügbar
  • Geschmack/ Konsistenz/ Schmelzbarkeit nicht immer wie bei “echtem” Käse
  • vegane Käse-Ersatz-Produkte aus dem Supermarkt oft teurer als normaler Käse
  • veganen Käse selbst zuzubereiten kann je nach Rezept recht aufwendig sein

 

Zusammenfassung

Vegan zu sein war selbst für Käse-Liebhaber nie einfacher. Nicht nur gibt es heutzutage zahlreiche pflanzenbasierte Käsesorten im Handel, es gibt auch unzählige gesunde und leckere Rezepte, wie man veganen Käse selbst herstellen oder Käsegeschmack in veganen Gerichten imitieren kann. Zudem sind die Gründe, die gegen den Konsum von tierischem Käse sprechen, mehr als schlagkräftig. Viele Veganer verzichten auf Käse und andere Tierprodukte, weil sie dem Wohl der Tiere eine höhere Priorität geben als dem Geschmack ihrer Pizza. Andere verzichten auf Kaese ihrer eigenen Gesundheit wegen. So oder so, wenn sowohl die Tiere als auch wir Menschen von einer veganen Ernährung profitieren, spricht man von einer Win-Win-Situation. Also einfach mal ausprobieren!

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