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Die Geschichte des Veganismus

Arche vegane LebensmittelAuch wenn sich der Veganismus erst seit einigen Jahren in der weiten Bevölkerung bekannt wurde und Veganer auch heute noch gelegentlich mit einem Lächeln als „Ernährungsfanatiker“ abgetan werden, hat der Verzicht auf Lebensmittel tierischen Ursprungs eine Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Berühmte Philosophen, Künstler und Revolutionäre, wie Pythagoras, Leonardo Da Vinci und Mahatma Gandhi, verzichteten auf tiefster Überzeugung auf den Konsum von Fleisch, Fisch und Geflügel. Im Auch wenn Fleisch nach der Antike lange Zeit als unverzichtbares Grundnahrungsmittel galt, wurden im 19. und 20. Jahrhundert verschiedene Gesellschaften gegründet, die den Vegetarismus und den Veganismus als gesunde und sinnvolle Lebensführung wieder bekannt und populär machten.

Wer war der erste Veganer?

Die Geschichte des VeganismusWer genau der erste Veganer war, lässt sich nicht genau sagen. Sowohl im antiken Griechenland, als auch in Ländern, in denen sich die Religionen Hinduismus und Buddhismus ausbildeten, gab es bereits mehrere Jahrhunderte vor Christus Strömungen, die sich vegetarisch ernährten und deshalb strikt auf den Konsum von Fleisch und Eiern verzichteten und das Tragen von Kleidung aus Wolle mieden.

Einer der bekanntesten Befürworter eines fleisch-, ei- und wollelosen Daseins war sicherlich der Philosoph und Mathematiker Pythagoras, der Schätzungen zu Folge von 570–510 v. Chr. lebte. Diese vegetarischen Strömungen gingen in Europa jedoch gemeinsam mit dem Zeitalter der Antike unter, da Fleisch in den darauffolgenden Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel galt und nur einige wenige Künstler, wie beispielsweise Leonardo Da Vinci, bewusst auf dieses Grundnahrungsmittel verzichteten.

Wissenswert: In den asiatischen Ländern breitete sich vor allem die Strömung des Jainismus aus, deren Anhänger man noch heute in Indien findet. Die meisten „Jains“ nehmen als einziges tierisches Produkt Milch zu sich, andere ernähren sich ausschließlich vegan. Grund hierfür ist in erster Linie das Grundprinzip der absoluten Gewaltfreiheit gegenüber allen Lebewesen, einschließlich Tieren und Pflanzen.

Gründung der ersten Vegetarischen Gesellschaft in England als Grundstein für den Veganismus

Der Begriff Vegetarier, bzw. „vegetarian“ wurde zum ersten Mal in der Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet. Der Verzicht auf Fleisch war damals keine rein gesundheitliche Empfehlung, sondern galt daneben als mögliche Lösung für die gesellschaftlichen Probleme aufgrund der Industriellen Revolution und deren Folgen (Armut, Krankheit, Luftverschmutzungen, etc.) für die breite Bevölkerung.

Mit der Gründung der „Vegetarian Society“ im Jahr 1847 fand die pflanzenbasierte Nahrung wieder Eingang nach Europa und hatte innerhalb weniger Jahrzehnte mehrere hundert Mitglieder (u.a. Mahatma Gandhi und George Bernhard Shaw), eine feste Organisationsstruktur und eine eigene Zeitschrift. Dass die Gesellschaft auch heute noch in England existiert und andere europäische Staaten den Gedanken einer fleischlosen Ernährung übernahmen, zeigt den Erfolg der damaligen Reformbewegung.

1944, also ungefähr ein Jahrhundert später, gründete der Brite Donald Watson die „Vegan Society“ und sprach sich damit auf den Verzicht sämtlicher Produkte tierischen Ursprungs aus. Man kann die Organisation von Watson durchaus als Abspaltung der „Vegatarian Society“ ansehen, der eine vegetarische Lebensweise als nicht konsequent genug erschien. Der Verzicht auf Fleisch, einschließlich Fisch und Geflügel, war laut Watson nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer völlig pflanzenbasierten Lebensweise. Genau aus diesem Grund wird ein Veganer in Großbritannien heute noch gelegentlich als „total vegetarian“ bezeichnet, was im Deutschen mit dem Begriff „vollständiger Vegetarier“ übersetzt werden kann.

Woher kommt das Wort Veganer?

Um den Ursprung des Wortes Veganer erläutern zu können, muss auch hier die Geschichte des Vegetarismus betrachtet werden. Das Wort „Vegetarian“ ist eigentlich ein Kunstbegriff, der im Zuge der Gründung der „Vegetarian Society“ aus dem lateinischen Verb „vegetare“ zusammensetzt wurde. „Vegetare“ bedeutet übersetzt so viel wie „körperlich beleben“ oder „geistig beleben“.  Im Deutschen erhält der Begriff zusätzlich die Endung –ismus, welche auf „die Lehre von“ etwas hinweist.

Wissenswert: Vor dem 19.Jahrhundert sprach man bei Vegetariern eher von einer pflanzlichen Diät, wobei das Wort Diät nicht im heutigen Sinne verstanden werden darf. Eine Diät bezog sich im antiken Griechenland und später auf die gesamte Lebensführung und nicht ausschließlich auf die Ernährung aufgrund von Übergewicht, Krankheit oder einer angestrebten körperlichen Leistungssteigerung. 

Der Begriff Veganismus wurde, genau wie die „Vegan Society“ ebenfalls von Donald Watson gebildet. Er ließ die mittleren beiden Silben des Wortes „vegetarian“ weg und kam zum Wort vegan, ohne die Bedeutung des Wortes zu verlieren. Andere Quellen behaupten, dass sich der Begriff „vegan“ auch auf das englische Wort für Gemüse („vegetables“) zurückführen lässt. In jedem Fall handelt es sich beim „Vegetarismus“ und „Veganismus“ um relativ neue Wortschöpfungen und einen Kunstbegriff der Moderne.

Formen des Veganismus

Genau wie bei den Vegetariern, entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte auch unter Veganern verschiedene Formen heraus. Der größte Anteil der Veganer gehört wohl der Gruppe der klassischen Form an, die ausschließlich auf den Verzehr und die Nutzung von allen Produkten tierischen Ursprungs verzichten.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch weitere Formen, von denen drei in der nachstehenden Tabelle etwas näher erläutert werden sollen:

Form Erläuterung
Vegane Rohköstler Vegane Rohköstler ernähren sich klassisch vegan und verzichten zusätzlich auf das Erhitzen ihrer Mahlzeiten. Gemüse, Obst, Sprossen oder Getreide werden roh gekauft, verzehrt und zubereitet.
Bio-Veganer Bio-Veganer ernähren sich ebenfalls klassisch vegan und achten zusätzlich darauf, dass all ihre Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft stammen.
Frutarier Bei Frutariern handelt es sich wohl um die extremste Form des Veganismus und die Gruppe derer, die sich vegan-frutarisch ernähren, ist recht überschaubar. Ein Frutarier ernährt sich vegan mit der zusätzlichen Bedingung, dass es bei der Ernte der Lebensmittel nicht zu einer Schädigung der Mutterpflanze kam. Bei vielen Gemüsesorten ist dies allerdings der Fall, weshalb sich Frutarier hauptsächlich von Obst, Nüssen, bestimmten Getreidesorten und pflanzlichen Ölen ernähren.

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